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Abgefedert – für wen?
Staatsrat Baumheier aus dem Bauressort nennt es ermutigend, dass Bremen den bundesweiten Einbruch beim Wohnungsbau „fast vollständig abgefedert“ habe. Die Entwicklung des sozialen Wohnungsbestands in Bremen erzählt allerdings eine andere Geschichte.
Anfang der 1990er-Jahre gab es in Bremen noch rund 80.000 Sozialwohnungen, ein Viertel des gesamten Wohnungsbestands, orientiert an der Armutsrisikoquote im Bundesland. Genau diesen Maßstab übernahm später auch die vom Senat beschlossene Neubauquote. Heute gibt es nur noch gut 6.300 Sozialwohnungen. Und der Rechnungshof rechnet bis 2030 mit einem weiteren Rückgang auf rund 5.600. Der Senat hat die Sozialwohnungsquote für Neubauten 2020 von 25 auf 30 Prozent erhöht und die Schwelle auf 20 Wohneinheiten gesenkt. Der Bestand an Sozialwohnungen schrumpft trotzdem weiter.
14.000 fehlende Wohnungen sind eine Momentaufnahme. Entscheidend ist, wie viele davon für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen bezahlbar sind. Die eigentliche Frage ist die Kluft zwischen dem, was einmal als Maßstab für ausreichenden Sozialwohnungsbestand galt, und dem, was heute noch vorhanden ist. Gerade in Bremen ist bezahlbarer Wohnraum ein besonders drängendes Problem: Bei der Wohnarmutsquote liegt das Land mit 33,4 Prozent an der Spitze, zugleich hat Bremen mit weitem Abstand die höchste Armutsquote aller Bundesländer.
Wer also von „Abfederung“ spricht, sollte sagen, wessen Bedarf damit gedeckt wird und wessen nicht.
Manfred Steglich (Bremen, 28.08.2026)
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Leserbrief von Manfred Steglich zum WK-Artikel "200.000 Bremer sind arm" vom 03.06.2026

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Aufrüstung statt Friedensstrategie?
Die neue Bundeswehr-Militärstrategie stuft Russland als Bedrohung ein. Die Truppe soll zum „Kompass“ werden – stärkste konventionelle Armee Europas mit 460.000 Soldaten insgesamt. Verteidigungsminister Pistorius und der Bremer Bundestagsabgeordnete Thomas Röwekamp begründen das mit angeblichen Kriegsdrohungen aus Moskau. Selbst ein NATO-Einsatz ohne die USA wird erwogen.
Friedenspolitisch ist das ein fatales Zeichen. Der Fokus liegt auf Abschreckung, präzisen Fernangriffen ins „Feindesland“, Drohnen und Cyberfähigkeiten. Solche Planungen machen einen Krieg wahrscheinlicher. Die Rhetorik vom „unvermeidbaren Krieg in Europa“ erfüllt sich selbst, wenn wir nur militärisch denken. Milliarden für Waffen, Raketen und den Hafen-Ausbau in Bremerhaven fehlen für Bildung, Klimaschutz, soziale Dienste und Kitaplätze. Unsere Stadt braucht Investitionen in Infrastruktur und Zukunftschancen, nicht in militärische Vorposten. Besonders krass: Röwekamp forderte kürzlich auf dem i2b-Treffen zur Verteidigungswirtschaft in Bremen, dass Kasernen schneller als Kitas gebaut werden müssten. In solchen Aussagen zeigt sich die Prioritätensetzung der „Zeitenwende“: Militär vor Zivilem, Rüstung vor Familienpolitik.
Sicherheit benötigt Verhandlungen, Rüstungskontrolle und eine Sicherheitsordnung, die alle einbindet – auch Russland. Deutschland als „strategischer Leader“ Europas zu stilisieren schürt Konflikte statt Frieden. Statt geheimer Pläne gegen Russland oder Szenarien einer US-Abwesenheit sollte Diplomatie im Vordergrund stehen. Waffenstillstand, Abrüstung und Vertrauensbildung wirken besser als Aufrüstungswettläufe, die das Eskalationsrisiko nur erhöhen.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Steglich (Bremen 23.04,2026)
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Veröffentlicht im Weserkurier am 16.03.2026.
Ausführlicher hat unser aufstehen Bremen MItstreiter Manfred Steglich das Thema auf „Nachdenken in Bremen“ behandelt:
- Hartz IV 2.0: https://www.nachdenken-in-bremen.de/hartzIV-2.0.htm
- Grundsicherung (86 Mio. Euro): https://www.nachdenken-in-bremen.de/bremen/grundsicherung.htm
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Leserbrief von Gerhard Baisch (Weserkurier 10.03.2026) zum Krieg im Nahen Osten:

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- Leserbrief zum Kommentar "Ganz viel Meinungsfreiheit für Sahra Wagenknecht", Weser-Kurier vom 04.11.2025
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