- Details

1. Mai Demo 2026 in Bremen - BSW & aufstehen mittenmang
- Details
Dieser Beschluss vom 19.03.2026 macht Mut und ist ein Vorbild für alle anderen Beiräte in Bremen. In dem Beschluss des Beirats Horn-Lehe auf Antrag von Manfred Steglich heißt es zu Beginn::
"Der Beirat Horn-Lehe nimmt zur Kenntnis, dass die Privatisierung der ehemals städtischen Freizeitheime („Offene Kinder- und Jugendarbeit“, OKJA) in Bremen im Zeitraum von 1995 bis 2007 im Wesentlichen mit dem Ziel der „Haushaltsentlastung“ erfolgte. Die Einrichtungen wurden an freie Träger übertragen, ohne ihnen eine eigenständige, verlässliche Finanzierungsgrundlage zu sichern. Diese Ausgangslage ist bis heute eine zentrale Ursache der chronischen Unterfinanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bremen. Der Beirat Horn-Lehe richtet seinen Haushaltsantrag auf die Verabschiedung eines strukturell nachhaltigen Finanzierungsrahmens für die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Dabei geht es darum, die Ausstattung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im im Bereich des Sozialzentrums 5 ab dem Haushaltsjahr 2027 sowie die darauf folgenden Jahre dauerhaft bedarfsgerecht zu gestalten. ... "
Weiter heißt es: "Dabei erfüllt die Offene Kinder- und Jugendarbeit einen unverzichtbaren pädagogischen, sozialen und präventiven Auftrag. Sie schafft verlässliche Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien, fördert soziale Teilhabe und stärkt demokratische Kompetenzen. Ein Abbau dieser Struktur schränkt nicht nur das Angebot im Bremer Nordosten erheblich ein, sondern führt auch zu Mehrbelastungen in anderen Bereichen – wie beispielsweise bei den Hilfen zur Erziehung und weiteren – der Jugendhilfe."
Ergänzender Kommentar: Es geht dabei nicht nur um die "ausgehungerten" niedrigschwelligen, offenen, sozialräumlichen Angebote der OKJA. Die LAG (Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege) wendet sich in ihrer Stellungnahme vom 17.06.2025 "ausdrücklich gegen eine pauschale Nullrunde bei den Zuwendungsbeträgen. „Von dieser Nullrunde sind alle Bereiche der sozialen Daseinsvorsorge betroffen, z.B. Frühberatungsstellen, Kinder und Jugendarbeit, Bürgerhäuser, Arbeit mit Geflüchteten bis hin zur Seniorenarbeit.“ ... "Die geplanten Einsparmaßnahmen werden spürbare Auswirkungen auf die Angebotslandschaft der Stadt haben und die Träger zum Teil vor gravierende Herausforderungen stellen".
- Details
von Manfred Steglich (17.03.2026)
Bremen ist bei der Altersarmut traurige Spitze. Jede:r Vierte über 64 gilt als armutsgefährdet – Tendenz steigend.
Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Wahrheit. Altersarmut hat in Bremen eine soziale Geographie:
👉Gröpelingen, Tenever, Huchting – hier ist sie Alltag.
👉Schwachhausen, Oberneuland – dort bleibt sie die Ausnahme.
Was im Alter sichtbar wird, ist längst vorher entstanden: Niedriglohn, Teilzeit, unterbrochene Erwerbsbiografien. Und ein Rentensystem, das genau das bestraft.
Warum Altersarmut in Bremen kein Randphänomen mehr ist, sondern Ausdruck einer strukturellen Entwicklung – und warum die offiziellen Zahlen das Problem sogar unterschätzen:
- Details
Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen, liebe Studierende der Sozialen Arbeit,
unsere Vision ist - wie unser Logo schon ausdrückt - eine sozial gerechte Stadt Bremen. Der Bremer Senat behauptet, wir könnten uns das "nicht mehr leisten", die soziale Spaltung in der Stadt wird verschlimmert. Finanzsenator Björn Feckers Ankündigung "sehr harter Entscheidungen" am 19.08.2024 im Weserkurier war der Startschuss für eine weitere Welle finanzieller Aushungerung (und Schließung?!) präventiv wirkender und Lebensverhältnisse stabilisierender Einrichtungen. Besonders betroffen: die Kinder- und Jugendförderung (Freizeitheime, Clubs, Spielplätze, Jugendfarmen, Jugendverbände, Beratungsgebote), Suchtberatung und Drogenprävention, Familienarbeit (z.B. Spielkreise in den Häusern der Familie), Altenbegegnungsstätten und unzählige weitere offene, niedrigschwellige Angebote, für die keine "Fallakte" nötig ist. Beim nächsten Treffen am 24. März diskutieren wir wir über die Folienpräsentation von Rodolfo Bohnenberger: "Soziale Spaltung der Stadt und Fehlentwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe in Bremen"
Wir wollen deshalb das Bremer Bündnis Soziale Arbeit (BBSA) im Sinne der Gründung 2011 wiederbeleben als Aktions- und Vernetzungsplattform gegen diese brutale Sozialkürzungswelle, die besonders die Bürger mit kleinem Geldbeutel trifft. Wir knüpfen dabei an unsere letzte große Veranstaltung im DGB-Haus "Soziale Arbeit in Bremen: auf dem falschen Gleis?!" an - Infos hier: https://bremerbuendnissozialearbeit.jimdofree.com/aktionen-fachtage/soziale-arbeit-in-bremen-auf-dem-falschen-gleis-fachabend-19-11-2019/
Wir wollen uns mit allen Interessierten immer am 4. Dienstag im Monat treffen, nächstes Mal am 24. März 2026 um 17:00 Uhr im DGB-Haus, in den Räumen der GEW (2. Stock), Am Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen
- Details
(Von Manfred Steglich) Während bezahlbarer Wohnraum fehlt und immer mehr Menschen in Armut leben, ist Bremen bereit für das größte Fest seit Jahren [Weserreport 1. Febr.]. 7,5 Millionen Euro für drei Tage Einheit. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Bürgermeister Bovenschulte ist bereits in Partylaune. 300.000 bis 400.000 Gäste, Blaulicht-Meilen, Verfassungsorgane, Gottesdienst, Bundespräsident, Kanzler – und mit Sicherheit auch die Bundeswehr. Bremen präsentiert sich als das, was es sein will: gastfreundlich, weltoffen und sicherheitspolitisch aufgerüstet.
Kein Wort darüber, dass die deutsche Einheit ohne einen Schuss möglich war. Kein Wort über die Rolle der sowjetischen Seite, die den Mauerfall politisch ermöglicht hat. Kein Wort über die Enteignung des DDR-Volksvermögens, die Abwicklung ganzer Industrien, die sozialen Brüche, die bis heute nachwirken. Geschichte wird gefeiert, solange sie ins Bühnenbild passt.
Dafür glänzt Bremen als „Space-City Nummer eins“. Hyperschallflugzeuge, Militärsatelliten, Logistikknoten Bremerhaven – wer Kultur kürzt, kann wenigstens Raumfahrt. Wer offene Kinder- und Jugendarbeit ausdünnt, braucht schließlich Platz für Partys.
Die Botschaft ist klar: Für Schulen fehlt das Geld, für Theater wird gespart, für Soziales gilt Haushaltsdisziplin. Für Militär, Sicherheit und staatliche Selbstdarstellung stehen Mittel bereit. Einheit kostet – vor allem sozial.
Am Ende bleibt vor allem eines sichtbar: Während Armut verwaltet und soziale Brüche vertagt werden, feiert sich der Staat selbst. Einheit wird inszeniert, Sicherheit demonstriert, Stärke ausgestellt. Dass viele von dieser Einheit längst abgehängt sind, stört das Programm nicht. Hauptsache, die Kulisse stimmt.
Weitere Beiträge …
- 28. Januar 2026 (Bremer Marktplatz): Kundgebung für den Erhalt der Spielkreise
- Systemfehler in Bremen: Zwei Insolvenzen und ein politisches Warnsignal - Zur Krise der Kinderbetreuung in Bremen
- Insolvenz von Petri & Eichen und drohender Kahlschlag in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bremen
- Vom Sozialstaat zum Rüstungsstaat









