Die Bundesregierung informierte mit Datum 28.04.2025 über Verkehrsinvestitionen, darunter auch den Ausbau der Schienennetze, wie wir wissen auch für "dual-use"-Nutzung. Darum geht es in diesem Beitrag. Unsere Eisenbahnen wurden rückblickend wie selbstverständlich ausgebaut und missbraucht für Kriegszwecke. Wir erinnern uns: ohne die deutsche Reichsbahn hätte Hitler den Überfall und Vernichtungsfeldzug der deutschen Wehrmacht ab dem 22. Juni 1941 gegen die damalige Sowjetunion mit 27 Mio. Toten allein auf sowjetischer Seite niemals umsetzen können. "Die Mittel der Connecting Europe Facility (CEF) zur Stärkung militärischer Mobilität sollen auf 17 Milliarden Euro verzehnfacht werden....Im Zentrum der europäischen Pläne steht die Bahn." (Quelle)

Obige selbst erstellte Grafik (Grundlage OpenStreetMap/Open RailwayMap) enthält eigene - teilweise auch vermutete - Schlußfolgerungen, was die Nutzung norddeutscher Verkehrsnetze als NATO-Logistikdrehscheibe betrifft. Die Bundesregierung verweigert nicht selten den Zugang zu den Infos aus Geheimhaltungsgründen. Selbst eingefügt sind in der Grafik einige gelb markierte Ausbau- und Knotenpunkte. Viele Details dazu sind (wie zu Beginn auch schon verlinkt) nachlesbar in "Unterrichtung durch die Bundesregierung - Verkehrsinvestitionsbericht für das Berichtsjahr 2023 vom 28.04.2025". Im Rahmen der NATO-JSEC-Planung (Joint Support and Enabling Command in Ulm) entwickelt die Bundeswehr den geheimen Operationsplan Deutschland (OPLAN), koordiniert vom neuen Operativen Führungskommando. Darin enthalten sind auch militärische Liegenschaften für Tanken, Reparatur und Übernachtung. Der Missbrauch der zivilen Wirtschaft für diese "Convoy Support Center" scheint selbstverständlich zu sein?! Für einige dieser geheim gehaltenen Zentren sicherte sich der Rüstungskonzern Rheinmetall die Zuständigkeit für den Betrieb.
Nachdem die Bundesregierung beschlossen hat, den Nordseehafen in Bremerhaven mit 1.3 Milliarden Euro (!) zur militärischen Drehscheibe auszubauen, verwundert es nicht, dass die dort angelandeten Kriegsgeräte nun mitten durch den Flaschenhals - Bremens Stadtgebiet - durchgeführt werden müssen. Der Bahnlärm und Bremens riesige Eisenbahnbaustellen, dritte Gleise in Bremen Nord, Brücken in Bremen-Hemelingen usw. haben auch damit zu tun und sind den betroffenen Bürgern leidvoll bekannt.
Strecke Bremerhaven - Bremen
Von der Bremer Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung erfahren wir am 18.09.2025: "Bei der Generalsanierung der Strecke Bremen – Bremerhaven ergibt sich abweichend von den anderen zuvor genannten Strecken eine Besonderheit: Da diese Strecke essenziell für die Anbindung des Seehafens Bremerhaven ist und es keine leistungsstarke, elektrifizierte Umleiterstrecke für den Schienengüterverkehr gibt, soll hier anstelle einer Totalsperrung mit ca. dreimonatigen eingleisigen Sperrungen je Fahrtrichtung gearbeitet werden, um weiterhin einen Teil der Verkehre abwickeln zu können. Die verbleibenden Schienengüterverkehre sollen über die Strecke Bremerhaven – Bremervörde – Rotenburg (Wümme) der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Weser-Elbe umgeleitet werden. Für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sind umfangreiche und leistungsfähige Ersatzverkehre auf der Straße vorgesehen. - Die Abwicklung dieser Ersatzverkehre (Schienenersatzverkehr - SEV) erfolgt für den Hauptbahnhof Bremen nach gemeinsamer Festlegung mit der DB, dem ZVBN, dem VBN, der BSAG, der ZOB GmbH und den beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen seit Januar 2025 auf dem Hugo-Schauinsland- Platz. Die frühere SEV-Abfahrtspostion J am Regionalbusterminal vor dem Hauptbahnhof bot lediglich eine Abfahrtsposition und kaum Aufstellflächen für Fahrgäste. Damit war diese Haltestelle bereits bei weniger umfangreichen Schienenersatzverkehren häufig überlastet."
Strecke Bremen - Langwedel - Soltau - Muster - Uelzen - Salzwedel - Stendal - Berlin - Polen ("alte Amerikalinie")
Auffällig ist ebenfalls der zweigleisige, elektrifizierte Ausbau/Neubau der Strecke Langwedel Richtung Uelzen über Munster (Lüneburger Heide), wo der größte europäische Truppenübungsplatz Muster/Bergen mit einer zweigleisigen, elektrifizierten Strecke angeschlossen werden soll. Übrigens plant die DB langfristig auch, die umstrittene Neubau-Schnellbahnstrecke von Hamburg nach Hannover direkt an Munster vorbeizuführen. Nicht weit von Munster liegt Unterlüß mit den großen Panzer- und Munitionsfabriken von Rheinmetall. - Von der Bremer Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung erfahren wir am 18.09.2025: "Im Land Bremen befindet sich der Streckenabschnitt Bremerhaven – Bremen – Langwedel - Uelzen mit dem Teilprojekt 3 (Langwedel – Bremen-Sebaldsbrück) sowie dem Teilprojekt 4 (Bremen Rangierbahnhof – Bremen-Burg). Für beide Teilprojekte ist jeweils ein Ausbau der 2-gleisigen zu einer 3-gleisigen Strecke vorgesehen. Die Teilprojekte 1 und 2 betreffen den Streckenabschnitt Langwedel – Soltau – Uelzen (siehe dazu Abb. 2)."
Die militärische Mobilität von den Tiefseehäfen in Belgien, Holland Richtung russische Grenze über Enschede, Osnabrück, Hannover, Stendal, Berlin nach Polen
Die Häfen Rotterdam und Antwerpen erhalten regelmäßig Lieferungen für in Europa stationierte US-Truppen (inkl. Munitionsumschlag) und werden zusammen mit Bremerhaven (für 1.3 Milliarden Euro) zunehmend als NATO-Drehscheiben ausgebaut. Kriegsvorbereitungen, das beweist der historische Rückblick, gehen immer einher mit Lügen und der medialen Verteufelung eines herbeikonstruierten Feindes; im aktuellen Fall mit der Lüge, ein - aus russischer Sicht völlig unsinniger und undurchführbarer - Angriff auf Westeuropa stände in den kommenden Jahren bevor. Die aktuelle Militarisierung hat mit dem Landesverteidigungsauftrag der Bundeswehr im Grundgesetz nichts mehr zu tun, sondern bedient revanchistische Angriffsphantasien und die Interessen von ausländischen Staaten und Truppen, die Norddeutschland als Durchmarsch-Logistik-Drehscheibe missbrauchen und der Bundeswehr eine Rolle als Unterstützer zuweisen: "Diese Unterstützung ausländischer Streitkräfte in Deutschland ist eine gesamtstaatliche Aufgabe und nennt sich Host Nation Support. Dazu gehören beispielsweise die Planung und Genehmigung von Fahrten über deutsche Straßen, Schienen oder Gewässer, das Bereitstellen von See- und Binnenfhäfen, Flugplätzen, Unterkünften oder Betankungsmöglichkeiten in Bundeswehr-Kasernen sowie die Nutzung von Übungsplätzen." (Bundesverteidigungsministerium)
Für Kriegsvorbereitung mind. genauso elementar: unsere Autobahnen, die seit Jahren regelmäßig für Manöverzwecke missbraucht werden. Die Kriegsvorbereiter nutzen dabei das Militärstraßengrundnetz (MSGN) in Deutschland; darunter auch der umstrittene weitere Ausbau der A20 von Westerstede (westl. Oldenburg) bis Kaltenkrichen in Schleswig-Holstein. Auf dem MSGN fahren dann im Ernstfall Militärkonvois vorrangig; die zivile Nutzung muss dann warten und die zuständigen Landesregierungen helfen dabei kräftig mit. Details zum MSGN in einer ausführlichen Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der BSW-Gruppe im Bundestag vom 27.08.2024.










