Pistorius kam wie geplant am 29.09.2026 nach Bremen und wurde von Bürgermeister Bovenschulte begeistert empfangen: "Bremerhaven soll ... in den kommenden sechs Jahren zu einer zentralen Drehscheibe für Nachschub und Truppenbewegungen in Europa werden.... Es gehe dabei um die Umsetzung des sogenannten Operationsplans Deutschland"..."Dabei spiele das "Deployment Hub Bremerhaven 2031" (zu Deutsch: Einsatzdrehkreuz) eine wichtige Rolle. ,,, Deutschland werde aufgrund seiner geostrategischen Lage im Verteidigungsfall Drehscheibe für die Nato-Partner. "Es geht dabei ... die Verlegung alliierter Nato-Streitkräfte samt militärischer Ausrüstung durch Deutschland... " Der Regionalsender "buten und binnen" berichtete ausführlich, mit besonderem Schwerpunkt auf die von Pistorius (noch mit Vorbehalt) angekündigte Bestellung von weiteren 16 Bundeswehr-Transportflugzeugen A400M, deren Rumpf hier in Bremen bei AIRBUS gebaut wird.
"Insgesamt umfasst das 1,35-Milliarden-Vorhaben, auf das sich der Bund und Bremen geeinigt haben, 42 einzelne Maßnahmen. Den Bremer Eigenanteil an den geplanten Investitionen in Höhe von gut 200 Millionen Euro hatte der Senat in der ersten Septemberwoche auf den Weg gebracht. Hinzu kommen Investitionen der BLG Logistics Group in die sogenannte Suprastruktur, die unter anderem Gebäude, Anlagen und technische Geräte oberhalb der Kaikante beinhaltet....Auf dem Bremer Flughafen sind ebenfalls Baumaßnahmen geplant: Für 160 Millionen Euro sollen dort zusätzliche Abstell- und Logistikflächen für das Militär entstehen....
Ausdrücklich lobte [Wirtschaftssenatorin Kristina] Vogt die "Weisheit des Bundes, keine neuen redundanten Häfen zu schaffen, sondern das, was wir an Struktur haben und zivil genutzt wird, für militärische Zwecke zu ertüchtigen." Alle Zitate hier (auszugsweise) stammen aus dem Weserkurierartikel vom 29.09.2026.
Die Friedensbewegung setzt sich seit langem für den zivilen Ausbau der Häfen & Flughäfen und für die Förderung nachhaltiger, friedlicher, ziviler Infratruktur und Wirtschaft in Bremen ein.
Update 30.09.2026: Der Verein "Deutsch Russsische Friedenstag e.V." hat auf seiner WEB-Seite die passenden Worte gefunden für die "unerträgliche Logik", die uns - wie oben geschildert - de herrschende Politik vorführt: "Die Rüstungsindustrie ist nur so lange eine „Wachstumssparte“, wie es tatsächlich Kriege – also regelmäßigen „Umsatz“ – gibt. Das aber bedeutet: Tod und Zerstörung! Frieden wird damit zum wirtschaftlichen Risiko – für uns eine unerträgliche Logik. Warum sind die Politiker des Westens, insbesondere die deutschen, nicht bereit, mit Russland über die russischen Sicherheitsinteressen zu reden? Der aktuelle Krieg wäre doch gar nicht erst entstanden, wenn die NATO (wie damals versprochen) auf eine Osterweiterung verzichtet hätte. Dass die NATO kein harmloses Verteidigungsbündnis ist, wissen wir doch seit den Millionen Toten, die durch die Kriege in den letzten Jahren (gegen den Terror, im Irak, Jugoslawien, Libyen, Afghanistan, …) zu beklagen sind."
Update 30.09.2026: BSW: Bremen braucht Wohnungen statt Kriegshafen - Schulze und Iseri kritisieren Ausbau von Bremerhaven und Flughafen zur militärischen Drehscheibe
Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung zum Ausbau Bremens und Bremerhavens zur militärischen Logistikdrehscheibe kritisiert das BSW Bremen den eingeschlagenen Kurs. Der Bund plant bis 2031 rund 1,35 Milliarden Euro für den sogenannten „Deployment Hub“. Bremen stellt nach Angaben des Senats mehr als 212 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Hafen bereit.
Damit sollen unter anderem Kajen und Hafenbecken ertüchtigt, Schwerlastflächen geschaffen sowie Straßen und Schienen ausgebaut werden. Auch der Bremer Flughafen wird für militärische Transporte ausgebaut. Ziel ist es, im Ernstfall Soldaten und schweres Gerät von Bundeswehr und NATO schneller verlegen zu können. BSW-Landesvorsitzender Christopher Schulze: „Bremen hat zu wenig bezahlbare Wohnungen, marode Schulen und eine Krankenhauslandschaft unter enormem Druck. Gleichzeitig stellt der Senat mehr als 200 Millionen Euro für einen militärischen Ausbau bereit. Das sind die falschen Prioritäten. Wir wollen das Geld für Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser einsetzen und nicht dafür, Bremerhaven zum Kriegshafen zu machen.“
Das BSW kritisiert insbesondere, dass mit dem Überseehafen und dem Flughafen gleich zwei zentrale Infrastrukturen des Landes stärker auf militärische Anforderungen ausgerichtet werden. Nach Angaben des Senats soll die militärische Nutzung im Ernstfall Vorrang haben. Der Senat verweist zugleich darauf, dass ein Teil der Investitionen auch der zivilen Infrastruktur zugutekomme. - BSW-Landesvorsitzender Alper Iseri: „Natürlich brauchen unsere Häfen neue Kajen, funktionierende Brücken und gute Schienenverbindungen. Aber dafür sollte der Bund endlich dauerhaft ausreichend Geld für die zivile Hafeninfrastruktur bereitstellen. Wir wollen Bremerhaven als starken Handels-, Industrie- und Logistikstandort weiterentwickeln – nicht als Drehscheibe für Panzer und Kriegsmaterial.“
Das BSW fordert, die militärische Ausrichtung des Investitionsprogramms zu stoppen und öffentliche Mittel auf zivile Infrastruktur und Daseinsvorsorge zu konzentrieren. Schulze: „Sicherheit bedeutet für uns auch, eine bezahlbare Wohnung zu finden, sein Kind auf eine funktionierende Schule schicken zu können und im Krankheitsfall ein gutes Krankenhaus in der Nähe zu haben. Dafür sollte Bremen seine finanziellen Spielräume nutzen.“
Die Landesvorsitzenden des BSW Bremen, Alper Iseri und Christopher Schulz
(Pressemitteilung 30.09.2026)











