Nicht nur Lärm für die Anwohner - auf einem "vergessenen Relikt der Nazi-Verbrechen in Oslebshausen" soll ein Bahnbetriebswerk entstehen?

Russenfriedhof Oslebs MahnmalAm 22. Juni jährt sich zum achtzigsten Mal der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen steht im Fokus des bis in den April laufenden Bremer Programms zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft. Nun tauchten gut recherchierte Belege auf, dass die sterblichen Überreste von mindestens 116 NS-Opfern, die auf dem sogenannten "Russen-Friedhof" in Bremen-Oslebshausen bestattet und verscharrt wurden, bis heute nicht vollständig exhumiert und umgebettet worden sind. Und sie könnten sich ausgerechnet dort befinden, wo der Bremer Senat, trotz erwägenswerter Alternativen, ein Bahnbetriebswerk bauen lassen will. Eine Umbettung können die Konzerne (Siemens und Alstom-Bombardier) zwar locker aus der Protokasse zahlen, aber in der Öffentlichkeit stehen sie damit nicht gerade glänzend da, zumal Bombardier auch noch selbst eine Zwangsarbeiter-Vorgeschichte hat.

Am 18.02. gabs einen ganz guten buten und binnen Beitrag : https://www.butenunbinnen.de/videos/bahnwerkstatt-groepelingen-umstritten-100.html, wo Ekkehard Lentz vom "Bremer Friedensforum" und Dieter Winge von der "Bürgerinitiative Oslebshausen und umzu" zu Wort kommen. Sogar dpa war das eine Meldung wert, die in der ZEIT am 6. März veröffentlicht wurde.

Zwischen 1948 und 1950 wurden ca. 600 Leichen exhumiert und auf den Osterholzer Friedhof umgebettet. Winge und Lentz fragen: "Wo sind die sterblichen Überreste von über einhundert sowjetischen Kriegsgefangenen geblieben?" Beide gehen davon aus, dass die sterblichen Überreste weiterhin am Ort ihrer Bestattung - auf der Fläche Reitbrake - verblieben sind. Diese Erkenntnisse wurden inzwischen auch der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau und der Bremer Landesarchäologin mitgeteilt.

Die Bürgerinitiative Oslebshausen kämpft seit Jahren gegen weitere Belastungen, wie Lärm (Bahnwerkstatt) und Abgase (Klärschlammverbrennungsanlage) vom Hafengelände nebenan (https://twitter.com/BiOslebshausen)

Eine gemeinsame Stellungnahme "Bürgerinitiative Oslebshausen und umzu" und "Bremer Friedensforum" ist hier downloadbar: "Vergessenes Relikt der NS-Verbrechen: Das Massengrab für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter*innen auf dem Areal der geplanten Bahnwerkstatt in Bremen-Oslebshausen"

fläche russenfriedhof auf bahngelände

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