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Bremer Lehrerzeitung: "Endlich das Versprochene umsetzen"

Was sich in der Bildung aus Sicht der Bewegung »Aufstehen Bremen« ändern muss. In der Zeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Bremen Nr. 3 / 2019 (Mai / Juni 2019)

Von Eckhard Feige für die Aktionsgruppe Bildung

Seit Januar 2019 trifft sich einmal im Monat die AG Bildung innerhalb der Sammlungsbewegung Aufstehen in Bremen (http://www.aufstehen-bremen.org/index.php)

In ausführlichen Diskussionsrunden hat die Aktionsgruppe die für die Bildung in Bremen brennendsten Fragen zusammengestellt:

  • Für eine ansprechende Arbeits- und Lebensatmosphäre an den Schulen sind die Räumlichkeiten weitgehend nicht geeignet. Von den Toiletten über Fachräume bis zu den Freizeitmöglichkeiten sind die Räumlichkeiten oft in einem desaströsen Zustand und benötigen dringend einer Renovierung.

  • Große Klassen, zu wenig Lehrkräfte, hoher Stundenausfall sind die Realität von Schule. Neben der rückständigen Lehrerausbildung sind dies Faktoren für das schlechte Unterrichtsangebot. Abhilfe könnten schaffen:

  • ein anderer Personalschlüssel, der z.B. mehr Doppelbesetzung in den Klassen ermöglicht

  • verbindlich gesicherte Teamarbeit als Säule der pädagogischen Arbeit an der Schule

  • Neben der Unterrichtszeit brauchen Lehrkräfte Zeit für solche wichtigen Aufgaben wie:
    Planungsarbeit, Beratung. Supervision, Diagnostik, Fortbildungen.

Für diese Aufgaben neben dem Unterricht muss eine zeitliche Entlastung gegeben werden.

  • Der Auftrag zur inklusiven Schule muss abgesichert werden! Bei andauernder Mangelausstattung droht die Bereitschaft und Möglichkeit zur Umsetzung der Inklusion an den Schulen zu kippen.

  • Inklusive Bildung erfordern multiprofessionelle Teams an den Schulen, so dass die erforderlichen Förderangebote auch adäquat zu den individuellen Unterstützungsbedarfen der Schülerinnen und Schüler angeboten werden können.

  • Für ein erfolgreiches Bildungs- und Erziehungsangebot an den Schulen braucht es geeignete Lehrkräfte. Dazu gehört ein adäquates Menschenbild, Empathie, eine positive Haltung zur individuellen Förderung und verantwortungsvolle Führung der Schülerinnen und Schüler durch die Schullaufbahn

  • Erneuerung der Bildungspläne: Schulen sind bei ihrer Bildungsaufgabe längst nicht auf der Höhe der Erkenntnisse betr. Lernen lernen, Hirnforschung, soziales Lernen u. ä. Themen

  • Das Planungschaos in Behörde betr. Schulplätzen, Personalversorgung und Gebäudesanierung ist wie eh und je dramatisch. Ein öffentlicher Diskurs, demokratische Strukturen in Verwaltung und Schulen sowie eine Beteiligung von Eltern, Pädagogen und Institutionen würden hier einen Qualitätszuwachs bedeuten.
    Das Beamtentum ist da eher hinderlich.

  • Die chronisch unterfinanzierte Bildung in Bremen braucht einen höheren Etat!

Als erste öffentliche Aktivität hat sich die AG Bildung für die nächsten Wochen vorgenommen, eine Unterschriftenaktion zur Durchsetzung von verbindlichen Teamzeiten an den Schulen durchzuführen – das Motto lautet:

Die Bildungsbehörde soll endlich den Bremer Bildungskonsens umsetzen und für gesicherte Teamzeiten und Entlastung sorgen! Wir fordern:
Eine Stunde Unterrichts-Entlastung für Klassenlehrer*innen und eine Stunde Unterrichts-Entlastung für das gesamte multiprofessionelle, unterrichtende Team.

Wenn nicht jetzt – wann dann?

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