Leserbrief zum Thema "Bundeswehr übt für Atomkrieg" (Ausgabe vom 19. Oktober 2019)

veröffentlicht am 06.11.2019

Wahnsinn, was da geschehen ist: US-Truppen trainierten gemeinsam mit der Bundeswehr sowie niederländischen, italienischen und polnischen Streitkräften in der jährlichen, mehrtägigen Militärübung "Steadfast Noon" den Atomkrieg über Deutschland. Die Bundeswehr setzte dabei Tornados und Eurofighter ein. Die beteiligten deutschen Standorte waren in diesem Jahr Büchel und Nörvenich. In Büchel lagern aktuell bis zu 20 Atombomben des Typs B61. Bremerinnen und Bremer aus der Friedensbewegung haben auch in diesem Jahr dort demonstriert und blockiert. Das Taktische Luftwaffengeschwader 33 der Bundeswehr soll im Atomkriegsfall die Bücheler Atombomben im Rahmen der Nuklearen Teilhabe ins Ziel bringen. Auch in Nörvenich waren früher Atomwaffen stationiert. Es ist skandalös, dass die Bevölkerung nicht informiert wird, erst im Nachhinein.

Dass diese Atomkriegsübung eine politische und militärische Drohgebärde gegenüber Russland sein soll, macht alles noch schlimmer: Das Manöver "Steadfast Noon" markiert den Rückfall in den Kalten Krieg und die gefährliche Phase der atomaren Abschreckung. Wir werden als Geiseln genommen. Käme es zu einem Atomkrieg in Europa ("Euroshima"), würden Millionen Menschen sterben. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Wir müssen alle Atomwaffen abschaffen. Die Bundesregierung muss sofort den UN-Atomwaffenverbotsvertrag unterschreiben!

Und ein Hinweis noch zur notwendigen Zusammenarbeit von Umweltschutz- und Friedensbewegung: Das Militär weltweit trägt ganz entscheidend zur Umweltzerstörung durch das Verbrennen ungeheurer Mengen an Treibstoff bei. Allein der Galaxy Großraumtransporter der US-Army verpulvert beim Start 3.500 Liter Treibstoff. In Rheinland-Pfalz) leiden die Regionen um Ramstein und Büchel unter den unentwegten Emissionen durch die Starts und Landungen und die Verwendung von krebserzeugenden Löschschäumen.

Mit freundlichen Grüßen

Ekkehard Lentz, Bremen

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