Klimastreik in Bremen am 29. Nov. ab 10h - Streik für eine gerechte Gesellschaft in einer natürlichen Umwelt

System change not climate changeIn Bremen startet der 4. Global Strike Future am Freitag 29.11.2019 um 10 Uhr auf der Bürgerweide. Ende Gelände ruft gemeinsam mit FFF Gruppen vom 29.11. bis 1. Dez. im Lausitzer Kohlerevier und den anliegenden Städten zu Aktionen auf. Kontakt Bremen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Hinfahrt: 28.11. 16:00h Rückfahrt: 01.12. 16:00h. In Berlin, Dresden und Leipzig werden Schlafplatzbörsen organisiert. Hier finden auch die Aktionsplena usw. statt. - Naturverträgliches und klimaschonendes Wirtschaften ist dringender denn je. Die Menschen, die Natur und die Tiere dürfen nicht der Profitwirtschaft untergeordnet werden. Investitionen in zukunftsfähige Jobs, in bezahlbare Wohnungen, in Bildung, in ÖPNV und eine funktionierende, moderne Bahn sind das Gebot der Stunde. Warum sollen mit dem erbärmlichen „Klimapaket“ der Bundesregierung schon wieder die Ärmsten bluten, während gleichzeitig fette Staatsprämien ausgeschüttet werden, um tonnenschwere Elektro-SUV zu subventionieren?

fff 1511 Novemberrevolution BremenAm FFF Freitagsstreik am 15.11. am Bremer Dom wurde auch Bezug genommen auf die Novemberrevolution vor 100 Jahren und die Bremer Räterepublik von Nov. 2018 bis Febr. 1919. (siehe Foto von FFF Bremen auf Instagram) Denn im November 1918 vor einhundert Jahren, beginnend mit dem Aufstand der Kieler Matrosen und ab 6. Nov. mit rund 10.000 Soldaten und Werftarbeitern in Wilhelmshavenn wurde das Ende des 1. Weltkriegs, Frieden und die Errichtung einer sozialistischen Räterepublik gefordert. Soldaten-, Arbeiter- und Bauernräte standen am Beginn der demokratischen Entwicklung in Deutschland. Sie erreichten das Ende des Krieges, die Abschaffung der Monarchie, den 8-Stunden-Tag und die Einführung sowohl der Rede- und Pressefreiheit als auch des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts für Männer und Frauen.

Am 06.11.1918 bildete sich auch in Bremen ein Arbeiter- und Soldatenrat, mehrheitlich waren darin USPD und Kommunisten vertreten. 

Am 14.11. übernimmt der Arbeiter- und Soldatenrat die Funktion der Legislative, der von ihm gewählte Aktionsausschuss führt die Regierung, während der alte Senat als Verwaltungsspitze weiter amtiert. Mit der Bildung eines gemeinsamen 12er Ausschusses von Senat und Aktionsausschuss eröffnet sich für ca. 6 Wochen die Möglichkeit eines echten Machtwechsels. Jedoch am 23.12.1918 verlässt die SPD den Aktionsausschuss und den Arbeiterrat. Am 10. Januar 1919 wird zwar die sozialistischen Republik Bremen proklamiert und ein Rat der Volksbeauftragten durch USPD und KPD eingesetzt - der alte Senat und Bürgerschaft werden abgesetzt. Aber das bleibt nicht ohne Konsequezen seitens der Reichsregierung in Berlin. Der Rat der Volksbeauftragten versucht durch die Ausrufung von Neuwahlen zu einer bremischen Volksvertretung am 9. März den Druck der Banken auf den nahezu bankrotten Staat zu mindern.

Doch Gustav Noske (SPD) in Berlin beauftragt daraufhin am 25.01. General Walther von Lüttwitz mit der "Wiederherstellung der Ordnung" in Bremen. Am 04. Februar 1919 marschiert die für ihre Brutalität berüchtigte Division Gerstenberg und das Freikorps Caspari in Bremen ein und schlägt die Bremer Räterepublik blutig nieder. Bei Gefechten kommen 81 Menschen ums Leben. (Alljährlich wir auf dem Waller Friedhof an diese Opfer gedacht) Eine provisorische Regierung wurde gebildet, und der Belagerungszustand verhängt. 14 Jahre später folgte der Naziterror, der von eben jenen Freikorps gutgeheißen und befördert wurde.

Das Diktat der Profitsteigerung triumphiert auch 100 Jahre später immer noch über das Gemeinwohl; Verschleiß und Verschwendung über umweltbewusstes Wirtschaften. Die Müllberge wachsen, die Vergiftung der Böden, des Grundwassers und der Meere erreicht lebensbedrohliche Ausmaße. Wir leben in einem System, das Raubbau und grenzenlose Ausbeutung fördert, das bestimmte Tier- und Pflanzenarten ausrottet.

Viele Menschen gerade der ärmsten Staaten der Welt sind zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen, obwohl sie diesen am wenigsten verursacht haben. Das hat gravierende Auswirkungen auf ihre unmittelbaren Existenzgrundlagen. - Auch in den industriellen Kernländern ist die wachsende Anzahl vom Menschen mit niedrigsten Einkommen in besonderem Maße betroffen. Sie wohnen meist an den lautesten Straßen mit der schlechtesten Luft, haben im Beruf öfter mit gesundheitsgefährdenden Substanzen zu tun und müssen beim Einkauf ihrer Lebensmittel besonders auf den Preis achten.
Das Militär weltweit gehört zu den größten Umweltzerstörern und Klimaverletzern überhaupt. Das von den NATO-Staaten beschlossene Ziel (zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung), würde für Deutschland fast eine Verdoppelung bedeuten. Zwei Prozent, das sind mindestens weitere 30 Milliarden Euro, die nicht nur bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau und Krankenhäusern fehlen werden, sondern auch beim ökologischen Umbau und der Förderung von Klimagerechtigkeit.

Wir, die Sammlungsbewegung #aufstehen, wir Eltern und Großeltern, wollen zusammen mit Fridays for Future und den Wissenschaftlern unseren Beitrag dazu leisten, eine grundlegende Wende herbeizuführen, hin zu einer gerechten und ökologischen Gesellschaft in einer natürlichen Umwelt. Wir wollen alle in einer menschlichen Welt mit Zukunft und im Frieden leben!

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