Jürgen und Frederic Todenhöfer im Schlachthof

DSC09508Die Außenpolitik des "Westens" beruht auf den großen Lügen von den Menschenrechten. Und sie sind nichts als eine gigantische Heuchelei. Das ist es, was Jürgen Todenhöfer (lange Jahre für die CDU im Bundestag) umtreibt und wogegen er mit seinen Reisen und mit seinen Reiseberichten ankämpft. Mit großem Erfolg, für den auch seine virtuose Nutzung der sozialen Medien eine wichtige Rolle gespielt haben dürfte. Allein auf Facebook hat er mit seinen Texten, Fotos und Filmen 700.000 Follower. Es ist ihm zu wünschen, dass sein neues Buch über "Die große Heuchelei", das von den Mainstream-Medien fast völlig totgeschwiegen wird, trotzdem hohe Auflagen erreicht und - so seine Empfehlung und seine Bitte - zu Weihnachten ordentlich verschenkt wird. Der Massenandrang am Verkaufsstand und die lange Schlange für eine Widmung nach der Veranstaltung lassen hier nur Gutes ahnen!

Im ausverkauften Saal des Schlachthofs erzählte Jürgen Todenhöfer von seiner todesgefährlichen Reise mit einem Linienbus über 400 Kilometer durch den Jemen, von Aden im Süden bis Sanaa im Norden. Seine ruhige, auf eine merkwürdige Art auch sanfte Erzählweise schlug alle in den Bann. Das Massaker, das die Luftwaffe von Saudi-Arabien hier im Huthi-Gebiet anrichtet, mit der Hilfe der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands, bleibt unbeobachtet vom westlichen Journalismus. Wenn Journalisten berichten, dann aus Kairo oder aus Hamburg. Augenzeugenberichte gibt es nicht.

FrederDSC09529ic Todenhöfer las am Schluss einen von ihm genau recherchierten Bericht über die Befreiung der nordirakischen Stadt Mossul. Die von der Bevölkerung ersehnte "Befreiung" von der Herrschaft des "Islamischen Staates" wurde für allzu viele ein Albtraum. Denn die Taktik der Anti-IS-Koalition sah so aus, dass nicht die Besatzung der Millionenstadt wieder vertrieben wurde, sondern dass sie zerbombt und zerstört wurde - ohne jede Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Das ist - so die Todenhöfers - eben die Kriegführung heute der USA: das Risiko für die eigenen Soldaten minimieren (um im eigenen Heimatland keine Anti-Kriegsstimmung aufkommen zu lassen) und den Einsatz von Waffen und Bomben und Granaten zum Wohle der Rüstungsindustrie maximieren. Menschenrechte? "Responsibility to Protect"? Humanitäre Werte des Westens?

Apropos Rüstung: Jürgen Todenhöfer hatte aufmerksam zur Kenntnis genommen, dass die Bremer Friedensbewegung einschließlich "Aufstehen" Bremen immer wieder auf die heimische Rüstungsindustrie aufmerksam macht und an diesem Abend auch ein entsprechendes Flugblatt verteilte. Schließlich kann es gut sein, dass saudi-arabischen Patrouillenboote, von der Lürssen-Werft gebaut, im Einsatz sind gegen die Huthi-Rebellen im Jemen.
Sönke Hundt

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