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Kommerzielle Werbung und politische Propaganda

Titel:
Kommerzielle Werbung und politische Propaganda
Wann:
Mi, 27. März 2019, 19:30 h
Wo:
Villa Ichon - Bremen
Kategorie:
Vorträge

Beschreibung

plakat propaganda A3 sw kleinKommerzielle Werbung und politische Propaganda sind Schwestern - sie arbeiten mit ähnlichen Me­thoden und sind allgegenwärtig. Werbung wurde schon immer kräftig kritisiert. Sie manipuliere, ver­führe, sei unnötig und überhaupt überfüssig wie ein Kropf.

Politische Propaganda ist für das breite Publikum fast völlig unsichtbar. Wer sich nicht über alternati­ve und kritische Medien informiert, weiß im Allgemeinen nicht, in welchem Umfang die öffentliche Meinung manipuliert wird und wie groß der wissenschaftliche und finanzielle Aufwand ist, der von zahllosen Regierungsstellen, Thinktanks, Stiftungen, Institutionen, Geheimdiensten und NGOs zu die­sem Zweck betrieben wird. Die USA haben damit angefangen und die Methoden entwickelt; Hitler und Goebbels waren leider ihre allzu gelehrigen Schüler.

In den letzten Jahren hat sich das Blatt dramatisch gewendet. Die online-Plattformen wie Google, Facebook, Youtube, Twitter, Instagram usw. sind zu Riesen-Internet-Konzernen mit gigantischen Pro­fiten aufgestiegen, weil sie den klassischen Medien (TV, Printmedien) große Teile der Werbebudgets entreißen konnten. Sie betreiben mit großem Erfolg das Geschäft des Mikrotargeting, indem sie mit ihren Werbebotschaften unter Einsatz von z.T. ganz neuen Techniken (Big Data, Künstliche Intelligenz) ihre Zielgruppen direkt vor ihren Bildschirmen und Displays erreichen. Diese Techniken können na­türlich auch für politische Propaganda genutzt werden. Und dass das auch schon praktiziert wird, hat der Skandal um "Cambridge Analytica" deutlich gemacht.

Die Gretchenfrage lautet natürlich: Ist die Masse, sind die "Menschen im Lande", wirklich beliebig verführbar und manipulierbar? Umfragen belegen seit langem, dass die Propaganda nicht das er­reicht, was sie soll. Vor allem das Mißtrauen gegenüber den Mainstream-Medien hat ebenso zuge­nommen wie das Interesse an kritischen und alternativen Medien (NachDenkSeiten, Rubikon, Tele­polis, netzpolitik.org, junge Welt, Neues Deutschland und dazu unzählige Facebookseiten und In­ternetplattformen). Das wiederum will der "deep state" nicht hinnehmen und versucht zur Zeit mit großer Intensität, diesen Wildwuchs der Meinungen und Informationen im Internet unter seine Kon­trolle zu bringen. Die EU-Kommission hat sie schon beschlossen, die Zensur durch Uploadfilter - im Rahmen der Urheberrechtsreform. Sie muss noch vom EU-Parlament abgesegnet werden. Damit das nicht geschieht, demonstrieren zur Zeit Tausende in vielen europäischen Städten. Ausgang ungewiss. Europaweite Demonstrationen (#savetheinternet) am 23. März 2019; in Bremen schon am 17.03.2019.

 Prof. (em) Dr. Sönke Hundt lehrte Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Hochschule Bre­men und engagiert sich zur Zeit im Bremer Friedensforum, dem AK Nahost und Aufstehen Bremen.

 


Veranstaltungsort

Standort:
Villa Ichon
Straße:
Goetheplatz 4
Postleitzahl:
28203
Stadt:
Bremen

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